Thomas Richter und Elke Mönch berichten vom Genfer Halbmarathon. Inmitten von ca. 4.000 weiteren Laufbegeisterten standen wir Anfang Mai beim Genfer Halbmarathon am Start. Die ganze Stadt war an diesem Wochenende im Lauffieber. Für zwei Tage hatte sich Genf vom seriösen Schweizer Finanzplatz zu einem großen internationalen Marathondorf verwandelt. Mit insgesamt 6.900 Teilnehmern aus 21 Nationen hatten die Veranstalter einen neuen Teilnehmerrekord erreicht. Bereits am Samstagnachmittag gab es Kinder- und Jugendläufe sowie einen Frauenlauf über 6 km (... ein Tipp für den „LCW-Frauenausflug" im nächsten Jahr ...??).
Eine „Traumstrecke" und „atemberaubende" Ausblicke hatten die Veranstalter vollmundig versprochen - da waren unsere Erwartungen also hoch gesteckt. Wir wurden nicht enttäuscht - auch wenn wir zugeben müssen, dass uns mitunter wohl eher das Tempo (und nicht nur die Ausblicke) den Atem raubte, hatten wir doch das Ziel, den Halbmarathon unter zwei Stunden zu laufen – was wir mit 1:56 h letztendlich auch geschafft haben.
Doch bevor wir loslaufen konnten, durften wir erst einmal in die Straßenbahn steigen, die uns zum Start nach Chênebourg, einem Vorort von Genf, brachte. Auf der ca. 20minütigen Fahrt konnte man erleben, dass in einer bereits komplett überfüllten Straßenbahn immer noch genügend Platz ist, um weitere Läufer aufzunehmen. Schweizer, Franzosen, Italiener, Deutsche - alle standen eng zusammengepresst. Schnell erkannten wir den Vorteil, dass die Fahrt mit der Straßenbahn vor den Start gelegt wurde - und nicht nach dem Zieleinlauf. Sonst wären wohl noch andere Sinnesorgane, als nur die Ohren, stark belastet gewesen ...
Alles war nach Schweizer Manier perfekt organisiert. Die ersten Kilometer führten uns durch schöne Jura-Landschaften, entlang von leuchtend gelben Rapsfeldern und durch kleine Dörfer. Bei Kilometer sechs führte die Strecke zu den bereits zwei Stunden früher gestarteten Marathonis. Nach ca. zehn Kilometern kam der Genfer See in Sicht – ein herrliches Panorama mit Blick auf den See und die dahinter liegenden Berge. Bei Gegenwind ging es auf einer schnurgeraden Straße direkt dem See entlang. So langsam näherten wir uns dem Zentrum von Genf, wo ein touristisches Highlight nach dem anderen die Läufer erwartete: Der „Jet d'eau", das Wahrzeichen der Stadt, ein Springbrunnen im Genfer See mit einem bis zu 140 Meter hohen Wasserstrahl, ebenso wie die Horloge Fleurie, eine Blumenuhr in herrlichen Farben. Die Straßen, in denen sich Edelboutiquen, Luxusgeschäften und Nobelherbergen aneinanderreihen und sich üblicherweise finanzkräftige Käufer tummeln, waren an diesem Wochenende von Läufern und Zuschauern eingenommen. Über den Pont du Mont Blanc führte die Strecke zum anderen Ufer. Kurvenreich ging es durch die Altstadt, wo tausende von Zuschauern für eine tolle Stimmung sorgten. Eine Vielzahl von Animationen, u.a. auch Alphornbläser, säumten die Strecke.
Die Ziellinie war im berühmten Englischen Garten. Dort bekamen die Finisher eine originell gestaltete Medaille. Außerdem gab es noch ein hochwertiges Funktions-Laufshirt, eine Wasserflasche und ein wohlriechendes Shampoo (... vielleicht für die Läufer gedacht, die sich nach dem Lauf wieder in die überfüllten Straßenbahnen drängen wollten ...  ...)
Unser Fazit: Wer gerne Laufen mit Sightseeing verbindet, dem kann man den Genfer (Halb-)Marathon durchaus empfehlen.

Elke und Thomas


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